Paulo Coelho - Die Geschichte vom Bleistift
Donnerstag, 29. April 2010 um 12:01 Uhr
Bei der Autofahrt zum 12. Welt Tai Chi & Qigong 2010 in Bad Schandau, hörten wir das Hörbuch von "Paulo Coelho - Sei wie ein Fluss, der still die Nacht durchströmt". Es besteht aus mehreren Kurzgeschichten, unteranderem "Die Geschichte vom Bleistift" die ich euch auf keinem Fall vorenthalten möchte."
Die Geschichte vom Bleistift
Der Junge sah zu, wie die Grossmutter einen Brief schrieb. Irgendwann fragte er: “Schreibst du eine Geschichte, die uns passiert ist? Ist es vielleicht sogar eine Geschichte über mich?” Die Grossmutter hielt inne, und mit einem Lächeln sagte sie zu ihrem Enkel: “Es stimmt, ich schreibe über dich. Aber wichtiger als die Worte ist der Bleistift, den ich benutze. Es wäre schön, du würdest einmal so wie er, wenn du gross bist. ”
Der Junge schaute den Bleistift verwirrt an und konnte nichts Besonderes an ihm entdecken. “Aber er ist doch genau wie alle anderen Bleistifte!” “Es kommt darauf an, wie du die Dinge betrachtest. Der Bleistift hat fünf Eigenschaften, und wenn du es schaffst, sie dir zu Eigen zu machen, wirst du zu einem Menschen, der in Frieden mit der Welt lebt.”
Die erste Eigenschaft: du kannst grosse Dinge tun, solltest aber nie vergessen, dass es eine Hand gibt, die deine Schritte lenkt. Diese Hand nennen wir Gott, und Er soll dich immer Seinem Willen entsprechend führen.
Die zweite Eigenschaft: Manchmal muss ich das Schreiben unterbrechen und den Anspitzer benutzen. Dadurch leidet der Stift ein wenig, aber hinterher ist er wieder spitz. Also lerne, hin und wieder Schmerzen zu ertragen, denn sie werden dich zu einem besseren Menschen machen.
Die dritte Eigenschaft: Damit wir Fehler ausmerzen können, ist der Bleistift mit einem Radiergummi ausgestattet. Du musst begreifen, dass Korrigieren nichts Schlechtes, sondern dringend erforderlich ist, damit wir auf dem rechten Weg bleiben.
Die vierte Eigenschaft: Worauf es beim Bleistift ankommt, ist nicht das Holz oder seine äussere Form, sondern die Graphitmine, die in ihm drinsteckt. Also achte immer auf das, was in dir vorgeht.
Schliesslich die fünfte Eigenschaft des Bleistifts: Er hinterlässt immer eine Spur. Auch du musst wissen, dass alles, was du im Leben tust, Spuren hinterlässt, und daher versuchen, was du gerade tust, ganz bewusst zu machen.
Die Kraft des Universums / Innere Kraft!
Donnerstag, 07. Januar 2010 um 07:03 Uhr
Ein altes Märchen erzählt von den Göttern, die zu entscheiden hatten, wo sie die grösste Kraft des Universums verstecken sollten, damit der Mensch diese nicht finden könne, bevor er nicht reif sei, mit dieser Kraft verantwortungsbewusst umzugehen.
Einer der Götter schlug vor, die grösste Kraft des Universums auf der Spitze des höchsten Berges zu verstecken. Doch die Götter erkannten, dass der Mensch den höchsten Berg ersteigen würde, noch bevor er so weit wäre, die gefundene grösste Kraft des Universums verantwortungsbewusst einzusetzen.
Ein anderer Gott befand, dass es eine gute Idee sei, die Kraft auf dem Grund des Meeres zu verstecken. Aber wieder erkannten die Götter alsbald, dass der Mensch auch diese Region erforschen und die grösste Kraft des Universums finden würde, bevor er dazu reif sei.
Es folgten viele weitere Vorschläge, die alle wieder verworfen wurden, denn die Götter waren sicher, dass der Mensch die Verstecke fände, bevor er dafür bereit wäre.
Schliesslich sprach der weiseste aller Götter:
»Ich weiss, was zu tun ist. Lasst uns die grösste Kraft des Universums im Menschen selbst verstecken. Er wird niemals dort danach suchen, bevor er reif genug ist, den Weg nach Innen zu gehen.«
Und so versteckten die Götter die größte Kraft des Universums im Menschen selbst, und dort liegt sie noch immer und wartet darauf, dass wir sie in Besitz nehmen und weisen Gebrauch davon machen.
Geburtstag von Konfuzius am 28. September
Montag, 28. September 2009 um 23:29 Uhr
Das zentrale Thema seiner Lehren war die menschliche Ordnung, die seiner Meinung
nach durch Achtung vor anderen Menschen und Ahnenverehrung erreichbar sei. Als Ideal galt Konfuzius der "Edle", ein moralisch einwandfreier Mensch. Edel kann der Mensch dann sein, wenn er sich in Harmonie mit dem Weltganzen befindet: "Den Angelpunkt zu finden, der unser sittliches Wesen mit der allumfassenden Ordnung, der zentralen Harmonie vereint", sah Konfuzius als das höchste menschliche Ziel an. "Harmonie und Mitte, Gleichmut und Gleichgewicht" galten ihm als erstrebenswert. Den Weg hierzu sah Konfuzius vor allem in der Bildung.
Seine Lehren
Wenn du einen Würdigen siehst, dann trachte ihm nachzueifern. Wenn du einen Unwürdigen siehst, dann prüfe dich in deinem Innern!
Der Edle
Das einflussreichste Werk der ostasiatischen Geistesgeschichte ist das Lúnyu. Es enthält die vier Grundbegriffe des Konfuzius:
* Mitmenschlichkeit
* Gerechtigkeit
* Kindliche Pietät
* und Riten
Das menschliche Ideal ist für Konfuzius der Edle, er strebt danach, die vier Tugenden zu verwirklichen. Dabei stellen diese für Konfuzius lediglich ein Ideal dar, das niemals zu erreichen ist.
"Konfuzius sprach: »Zum Weg des Edlen gehört dreierlei, aber ich bewältige es nicht: Richtiges Verhalten zu anderen Menschen – es befreit von Sorgen. Weisheit – sie bewahrt vor Zweifeln. Entschlossenheit – sie überwindet die Furcht.« Zi-gong bemerkte: »So beurteilt der Meister sich selbst.«"
Bildung
Dem Lernen wird bei Konfuzius eine hohe Priorität eingeräumt. Es ist das bevorzugte Mittel den Edlen zu formen, zu bilden – der Edle ist also wortwörtlich gebildet. Das erste Wort des Lùnyu ist "Lernen": "Lernen und es von Zeit zu Zeit wiederholen, ist das nicht auch eine Freude?" Das Lernen ist für Konfuzius das, was den Menschen erst zu Menschen macht, als kulturelles Wesen ist er dadurch bestimmt, dass er Wissen durch Traditionsbildung weitergibt.
"Konfuzius sprach: »Im Altertum lernte man, um sich selbst zu vervollkommnen; heute dagegen lernt man, um anderen gegenüber etwas zu gelten.«"[4] Entsprechend Heinrich Heines ironischem Diktum "So ein bisschen Wissen ziert den ganzen Menschen." lehnte Konfuzius es also ab, Bildung als bloßes Mittel für egoistische und niederträchtige Zwecke einzusetzen. Zu lernen und sich zu bilden, ist dabei für Konfuzius eine Aufgabe, die jedem zukommt (XI, 25):
Philosophie des So-ist-es
Konfuzius lehrte eine Philosophie des So-ist-es: "Wenn ein Freund von weit her kommt, ist das nicht auch eine Freude?" – Wer würde da Nein sagen? Das einflußreichste Werk in der ostasiatischen Geistesgeschichte beginnt mit einer einfachen Feststellung, nicht mit Spekulationen über erste Ursachen der Welt oder höchste Prinzipien, wie etwa in der griechischen Philosophie. Auch plagen Konfuzius keine Descartschen Zweifel, ob es die Außen-Welt wirklich gibt. Die Welt ist da und in ihr muss gelebt werden. Es geht Konfuzius nun darum, sie in ihrem So-sein zu bestimmen, ohne dieses auf andere Prinzipien zurückzuführen. Es herrscht also eine pragmatische Haltung gegenüber der Welt vor.
Ordnung als Bedingung für Freiheit
Zentraler Gegenstand der Lehre des Konfuzius ist die (Gesellschafts-)Ordnung, also das Verhältnis zwischen Kind und Eltern, Vorgesetzten und Untergebenen, die Ahnenverehrung, Riten und Sitten. Konfuzius lehrte, dass erst durch die Ordnung sich überhaupt Freiheit für den Menschen eröffnet. Ordnung unterdrückt also nicht die Freiheit, sondern eröffnet erst einen Handlungsraum, in dem menschliche Tätigkeiten einen Sinn bekommen. Es wäre hingegen das Chaos, als Gegenteil der Ordnung, welches eine Sphäre des Zwangs und der Bedrängnis entstehen lässt.
Während Konfuzius lebendige Lehre noch eine Biegsamkeit gegenüber den gesellschaftlichen Regeln umfasste, um diese vor dem Erstarren zu bewahren, wurden in Teilen des Konfuzianismus die Regeln zum Selbstzweck und begannen, tatsächlich mehr einschränkend als befreiend zu wirken. Diese potentielle Gefahr seiner Lehre muss Konfuzius bewusst gewesen sein, wenn er beispielsweise über die Geisterverehrung spricht:
"[Der Schüler] Fan Chi fragte, was Weisheit sei. Konfuzius antwortete: »Zu den Pflichten stehen, die man gegenüber dem Volke hat, die Geister verehren, aber nicht darin aufgehen – das kann man Weisheit nennen.«"
Textauszüge und Bild: wikipedia.de
* Einen etwas andere Geschichte findest du unter sphinx-suche.de.
* Literatur von und über Konfuzius im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
* Werke von Konfuzius
Sein Schicksal durch Ansammeln von Tugend verändern.
Dienstag, 28. Juli 2009 um 08:16 Uhr
In den ersten Jahren der Ming Dynastie gab es einen Mann namens Zheng Xingr. Er war Diener im Haushalt eines Hofbeamten mit dem Nachnamen Wang. Zheng Xingr war sehr ehrlich und fleißig und sein Herr behandelte ihn gut. Eines Tages kam der berühmte Wahrsager, Yuan Shangbao, zu Wang. Als er Zheng Xingr gesehen hatte, sagte er zu Wang, dass es ihm Unglück bringen würde, wenn er ihn noch länger im Haus behielte. Mit schmerzlichem Bedauern sagte Wang zu seinem Diener, er solle das Haus verlassen und sich woanders seinen Lebensunterhalt verdienen. Nachdem Zheng Xingr gegangen war, wurde es in Wangs Haushalt tatsächlich friedlich.
Da Zheng Xingr nun keinen Platz zum Bleiben hatte, wohnte er eine zeitlang in einem alten Tempel. Als er eines Tages dorthin zurückkam, sah er ein Päckchen an der Mauer hängen. Er öffnete es und fand darin über 20 Liang Silber.( Liang war damals das Silbermaß) Als er sich nun gerade über sein unerwartetes Glück freuen wollte, dachte er: „Ich bin vom Schicksal dazu bestimmt, arm zu sein. Ich suchte ein Unterkommen bei Wang, wurde aber fortgejagt, weil ich ihm Unglück bringen sollte. Wie ist es möglich, dass ich so ein Glück habe? Außerdem braucht der Besitzer des Silbers, es sicherlich im Falle einer Notlage und hat es hier aus Versehen liegen gelassen. Dieses Silber könnte auch für mehrere Leben notwendig sein. Wenn ich es nähme, würde das meine Tugend schädigen. Ich warte lieber hier, dann kann ich es dem übergeben, der zurückkommt, um es zu suchen.“ Mit solchen Gedanken wartete er also auf den Eigentümer.
Es dauert nur bis zum nächsten Morgen, da kam ein ermüdet aussehender Mann und suchte das Silber. Zheng Xingr fragte ihn einiges und bemerkte, dass der Mann wirklich der Eigentümer des Silbers war. Da gab er es ihm zurück. Es stellte sich heraus, dass der Mann der Hausverwalter des Generals Zheng in der Präfektur von Hejian war. Er hatte Befehl, in der Hauptstadt etwas zu erledigen, aber er verlor das Silber aus Versehen. Der Hausverwalter wollte Zheng Xingr die Hälfte des Silbers abgeben der aber sagte: „Wenn ich hinter deinem Silber hergewesen wäre, hätte ich mir meinen Anteil herausgenommen, anstatt die Nacht hier auf dem stinkenden Bettbrett zuzubringen. Lass mich nicht meinem Gewissen untreu werden!“ Bei der Unterhaltung mit Zheng Xingr erfuhr der Hausverwalter von dem Elend, das er erlebt hatte. Da erkannte er, was für eine hohe Moral dieser Mann hatte. Da schlug der Hausverwalter ihm vor, mit ihm zu General Zhengs Haus zu kommen. Er hoffte, dort eine Arbeit für ihn zu finden. Da Zheng Xingr ja nirgends hingehen musste, begleitete er den Hausverwalter.
Als der General hörte, was geschehen war, freute er sich sehr. Von Zheng Xingrs Tugend beeindruckt und weil er sah, dass er ein ehrlicher Mensch mit einem großen Herzen war, wollte er ihn gern als Sohn adoptieren, denn er hatte keine eigenen Kinder. Zuerst wollte Zheng Xingr das nicht, weil er nicht mit so einem hochgestellten Menschen zu tun haben wollte. Aber General Zheng sagte: „Deine Tugend ist höher als die unserer Vorfahren. Wenn ich Dir zur Belohnung Geld geben würde, dann würdest du es nicht annehmen, weil du Moral für das Höchste hältst. Daher würde ich für undankbar angesehen werden, wenn ich dich nicht belohnen würde. Überdies haben wir beide den gleichen Nachnamen. Das ist doch wirklich eine schicksalhafte Verbindung, die uns vom Himmel auferlegt wurde. Ich fürchte, dass meine Stellung nicht einmal so hoch sein würde, wie die deine. Also weshalb willst du dich selbst als Außenseiter betrachten?“ Als er merkte, dass es undankbar sein würde, solches Entgegenkommen abzulehnen, stimmte Zheng Xingr schließlich zu.
Da er im Norden herangewachsen war, hatte Zheng Xingr als Kind gelernt, mit Pfeil und Bogen umzugehen und wie man Pferde reitet. Mit General Zhengs Unterstützung wurde er in einen ehrerbietenden militärischen Rang gehoben. Nach einem Jahr begleitete er General Zheng in die Hauptstadt. Er bekam richtig Heimweh, als er die vertraute Umgebung sah. Da er Wang dankbar war für die Freundlichkeit, mit der dieser ihn immer behandelt hatte, beschloss er, Wang zu besuchen. Er zog Zivilkleidung an und ging zu Wangs Haus. Er sprach Wang genauso an, wie er ihn als sein Diener angesprochen hatte und befolgte die Gewohnheiten aus alten Tagen. Wang war sehr erstaunt, dass sein Besucher Zheng Xingr war und ihn besuchte. Er empfand Scham und Verlegenheit, als er daran dachte, was in der Vergangenheit passiert war. Sie lachten zusammen über den Wahrsager, sie meinten, es sei nur sein Name, der berühmt sei.
Als die beiden zu Abend aßen, kam ein Diener und sagte, dass der Wahrsager Yuan Shangbao zu einem Besuch angekommen sei. Wang und Zheng beschlossen, sich einen Scherz mit ihm zu erlauben. Da zog Zheng Xingr seine alten Kleider an und als Yuang Shangboa hereinkam, reichte er ihm achtungsvoll eine Tasse Tee. Als der Wahrsager ihn sah, war er sehr überrascht und fragte, wer der Mann sei, der ihm den Tee gereicht hatte. Wang sagte, es sei Zheng Xingr, der vor Jahren von dort vertrieben worden sei und der zurückgekommen sei, weil er keinen Platz fand, wo er bleiben konnte.
Yuan Shangboa lachte, als er das hörte und sagte: „Warum belügt Ihr mich? Lasst uns nicht über die Zukunft dieses Mannes sprechen, denn der ist inzwischen ein Militäroffizier mit goldenem Band geworden. Keinesfalls ist er noch dein Diener.“ Wang fragte: „Damals sagtest Du, dass er uns Unglück bringen würde und der ganzen Familie gleichfalls.“ Die Antwort war: „Ich irrte mich damit nicht. Nun aber hat dieses Gesicht viele Tugendfalten. Entweder hat er ein Leben gerettet oder er hat etwas Wertvolles an seinen richtigen Eigentümer zurückgegeben. Seine Gesichtszüge haben sich schon verändert. Es scheint so, dass er gute Taten an anderen Menschen begangen hat und für sie belohnt worden ist. Das ist der Grund, weswegen er eine berühmte Persönlichkeit in einer hohen Stellung geworden ist.“
Als Zheng Xingr diese Worte vernahm, sagte er: „Du bist ja wirklich ein Wahrsager!“ Dann erzählte er ihnen darüber, was im Tempel geschehen war. Jeder begriff plötzlich, dass der Grund für die große Wandlung in Zheng Xingrs Schicksal deshalb geschah, weil er selbstlos war und keine Habgier kannte, er mit Glück belohnt wurde, indem er das Silber zurückerstattete und auf diese Weise Tugend ansammelte. Später wurde Zheng Xingr General und seinen Kindern und Enkeln ging es auch gut durch seine Tugend. Das ist ein Beispiel, welches das alte Sprichwort bestätigt: „Das Gute wird mit Gutem belohnt.“
Durch gute Taten und Ansammeln von Tugend kann sich eines Menschen Schicksal bis zu einem gewissen Grade verändern. Menschen, die den Himmel und die Götter achten, begreifen den Grundsatz: „Unglück und Glück haben keine Grenzen, sondern werden von den Menschen selbst hervorgerufen; sowie, dass ´gutes Tun` mit Gutem belohnt wird und dass jene, die Böses tun, vom Bösen getroffen werden“, und wissen, dass alles vom Menschen selbst entschieden wird. Änderte sich Zheng Xingrs Schicksal nicht durch einen einzigen liebenswürdigen Gedanken? Und sicherlich wird sich das Schicksal eines Menschen, der darauf besteht, Böses zu tun, entsprechend verändern.
Der Sprung in der Schüssel
Montag, 06. Juli 2009 um 20:37 Uhr
Es war einmal eine alte chinesische Frau, die zwei große Schüsseln hatte, die von den Enden einer Stange hingen, die sie über ihren Schultern trug.
Eine der Schüsseln hatte einen Sprung, während die andere makellos war und stets eine volle Portion Wasser fasste.
Am Ende der lange Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau war die andere Schüssel jedoch immer nur noch halb voll.
Zwei Jahre lang geschah dies täglich: die alte Frau brachte immer nur anderthalb Schüsseln Wasser mit nach Hause. Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung, aber die arme Schüssel mit dem Sprung schämte sich wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war.
Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sprach die Schüssel zu der alten Frau: "Ich schäme mich so wegen meines Sprungs, aus dem den ganzen Weg zu deinem Haus immer Wasser läuft."
Die alte Frau lächelte. "Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht?" "Ich habe auf deiner Seite des Pfades Blumensamen gesät, weil ich mir deines Fehlers bewusst war. Nun gießt du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen. Zwei Jahre lang konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genauso wärst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren."
Jeder von uns hat seine ganz eigenen Macken und Fehler, aber es sind die Macken und Sprünge, die unser Leben so interessant und lohnenswert machen.
Man sollte jede Person einfach so nehmen, wie sie ist und das Gute in ihr sehen.
Also, an all meine Freunde mit einem Sprung in der Schüssel, habt einen wundervollen Tag und vergesst nicht, den Duft der Blumen auf eurer Seite des Pfades zu genießen.
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